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Starke Gemeinschaft ohne Nachwuchssorgen

Messdiener der drei katholischen Kirchengemeinden haben rund 600 Mitglieder im Gemeindegebiet – „Mit Begeisterung dabei“ – zahlreiche ehrenamtliche Aktionen auch für den guten Zweck

Dass die Messdiener längst nicht nur bei den Gottesdiensten ein starkes und aktives Team sind, konnte man in den letzten Tagen und Wochen überall im Gemeindegebiet erleben: Die jungen Ehrenamtlichen haben sich unter anderem beim Verkauf und Abholen von Weihnachtsbäumen sowie bei den Sternsingeraktionen engagiert. Ein Rückblick auf das Jahr 2019 zeigt die große Vielfalt der Aktionen, die von Ausflügen zum Heidepark Soltau oder den Karl May-Festspielen in Bad Segeberg bis hin zur Groschenkirmes bei den Gemeindefesten oder zur Zoorallye in Osnabrück reichten. Auch 2020 sind wieder zahlreiche weitere Aktionen geplant, die zu einem großen Teil offen für Kinder und Jugendliche sind, die (noch) nicht bei den Messdienern sind. 

Die Highlights sind – wie in jedem Jahr – die Zeltlager, die von den Messdiener-Gruppen der katholischen Kirchengemeinden Hollage, Rulle und Wallenhorst stets in den Sommerferien veranstaltet werden. Für die Hollager Messdiener geht es in diesem Jahr für gut eine Woche nach Ramsloh im Kreis Cloppenburg, für die Ruller nach Bippen und für die Wallenhorster Kinder und Jugendlichen nach Zischen im Sauerland. Die Nachfrage nach den begehrten Plätzen wird auch in diesem Jahr wieder groß sein, berichten Jugendreferentin Martina Varnhorn und Gemeindereferent Dominik Heggemann, die als Bindeglied zur Pfarreiengemeinschaft Wallenhorst zugleich als  erfolgreicher Libero und anerkannter Schiedsrichter mit den Messdienern zusammenarbeiten: „In der Gemeinde Wallenhorst hatten wir allein 2019 mehr als 40 Neuzugänge. Über Nachwuchssorgen können wir uns nicht beklagen.“ 

Insgesamt haben die Messdiener in den drei Kirchengemeinden Hollage, Rulle und Wallenhorst derzeit rund 600 Mitglieder, womit Wallenhorst unter größenmäßig vergleichbaren Gemeinden des Bistums einen Spitzenplatz einnimmt. Viele von ihnen sind schon seit der dritten oder vierten Klasse dabei und bleiben ohne Unterbrechung oft bis Mitte 20 aktiv. Junge neue Mitglieder können die Gruppe zunächst in aller Ruhe kennenlernen. Auf den Dienst beim Gottesdienst werden sie behutsam vorbereitet, so dass sich niemand vor Fehlern fürchten muss. „Die meisten freuen sich auf ihren ersten Einsatz und bleiben dann mit Begeisterung dabei“, erklärt Martina Varnhorn. Je nach Gottesdienst sind zwischen vier und sechs Messdiener beteiligt. Über das Jahr werden die jungen Leute zumeist für ein bis zwei Messdiener-Einsätze pro Monat eingeplant. 

„Wir praktizieren eine sehr gute Gemeinschaft, in der sich die jungen Leute wohl fühlen“, sind sich die Gruppenleiter aus allen drei Kirchengemeinden einig, die an diesem Abend im Pfarrheim St. Alexander zu einem Treffen mit dem Bürger-Echo zusammengekommen sind. Gleich nebenan sind fröhliche Stimmen einer größeren Gruppe zu hören, die an ihrem ersten Gruppenabend des neuen Jahres sichtlich gut aufgelegt ist. „Hallo Dominik, wir müssen dir gleich unbedingt etwas erzählen“, sagt einer der Gruppenmitglieder: „Wir haben für 2020 eine richtig gute Idee und möchten gern wissen, was du davon hältst.“ 

Der gleich nebenan stattfindende, mit viel Leben gefüllte Gruppenabend ist für die Wallenhorster Messdiener völlig normal: „Bei uns wird nicht nur gebetet. Es wird vor allem gespielt, gebastelt oder einfach nur zwanglos diskutiert – eigentlich alles, was Spaß macht“, erklären die Gruppenleiter mit einem Lächeln. Sie verfügen allesamt über die Juleica-Card, die der Landkreis Osnabrück an ehrenamtlich engagierte Jugendliche vergibt, die ihre Qualifikation in der Jugendarbeit mittels einer speziellen Schulung nachgewiesen haben. 

Wie anspruchsvoll die Arbeit ist, wird etwa bei den schon jetzt im Fokus stehenden Sommer-Zeltlagern deutlich. Die Veranstaltung wird von den jungen Ehrenamtlichen weitgehend komplett eigenständig geplant und durchgeführt – inklusive mehrerer Vorbereitungs- und Nachbereitungstreffen, die für einen reibungslosen Ablauf erforderlich sind. „Das ist eine hervorragende Leistung“, betonen Martina Varnhorn und Dominik Heggemann: „Für uns ist es vorbildlich, wie viel Zeit und Können die jungen Leute ehrenamtlich für die Gemeinschaft investieren.“  

Passend zu den christlichen Werten der Messdiener ist der Erlös mehrerer Aktionen für den guten Zweck bestimmt. Die Messdiener unterstützen unter anderem die Osnabrücker Tafel und bedürftige Kinder aus der Region. Ein Teil der Einnahmen wird auch für die eigene Jugendarbeit verwendet. Denn die kostet bei allen guten Ideen und Engagement letztlich auch Geld – etwa für neue Zeltlager-Zelte oder Materialien, die an den Gruppenabenden genutzt werden. Letztlich können davon alle Kinder und Jugendliche profitieren, die mitmachen möchten. So werden dank der Messdiener-Aktionen letztlich auch die Fahrten und das Zeltlager zu so niedrigen Kostenbeteiligungen angeboten, dass sie eigentlich für alle Kinder und Jugendlichen erschwinglich sind. 

Werbung für ihre Arbeit und Aktionen müssen die Messdiener zumindest im Wallenhorster Gemeindegebiet nicht machen. Wie attraktiv die Gemeinschaft ist, wird im Familien- und Freundeskreis weitergegeben. Wer einmal dabei war, bleibt den Messdienern meistens auch nach der aktiven Zeit verbunden, berichten die Jugendleiter: „Hier entstehen viele enge Bekanntschaften und Freundschaften, die mitunter noch lange nach der aktiven Messdienerzeit halten.“ 

Über die Arbeit der Messdiener kann man sich auf den Internetseiten der Gruppen aus Hollage, Rulle und Wallenhorst informieren. Dort sind auch die Termine der Gruppentreffen und die Kontaktdaten der Ansprechpartner zu finden. Interessierte Kinder und Jugendliche sind jederzeit zum Mitmachen eingeladen. (H.)

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