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Auf die Soldaten ist Verlass

Die Reservistenkameradschaft Wallenhorst: Fast 50 Mitglieder im Gemeindegebiet  –

Regelmäßige Treffen – Verlauf des Afghanistanabzugs der Bundeswehr „ein Trauerspiel“ 

 

„Wir sind da, wenn wir gebraucht werden.“ Bei der Frage, warum er sich seit vielen Jahren im Reservistenverband engagiert, muss Jörg Rehse nicht lange überlegen. Der 48-jährige Sprecher der fast 50 Mitglieder starken Reservistenkameradschaft Wallenhorst will mit seiner ehrenamtlichen Arbeit auch ein Zeichen setzen: „Wir möchten den Menschen zeigen, dass es auch in ihrer Nachbarschaft noch Soldaten gibt, auf die sie sich jederzeit verlassen können.“ 

Als Jörg Rehse seinen aktiven Dienst in der Bundeswehr im Jahr 2002 im Rang eines Oberstabsgefreiten beendet hat, war die Welt noch geschockt von dem knapp ein Jahr zurückliegenden Anschlag auf das World Trade Center. Aus Solidarität zum NATO-Partner USA waren seinerzeit auch erste deutsche Soldaten zum Anti-Terror-Einsatz nach Afghanistan entsendet worden. Den aktuellen Exitus der Mission findet der Wallenhorster „einfach nur traurig und beschämend.“ 

Zwar habe es nach dem jüngst vollzogenen Abzug der amerikanischen Soldaten keine Alternative zur Beendigung des Bundeswehr-Einsatzes gegeben. „Dass dies so schlecht organisiert wurde und nicht schneller geht, ist ein Trauerspiel. Das haben die Kameraden nicht verdient.“ Falls sich die Situation in einigen Jahren wieder verändern sollte, würde Jörg Rehse einen erneuten Einsatz zur Terrorabwehr befürworten und wäre wenn nötig auch selbst dabei. Als Soldat der Bundeswehr habe er verinnerlicht, dass man für die Werte einer freien demokratischen Gesellschaft einstehen muss.  

Die regelmäßigen Treffen und Aktionen der Reservistenkameradschaft zielen auch darauf ab, dass die ehemaligen Soldaten nach ihrem aktiven Dienst körperlich und mental fit bleiben. Die Leistungsfähigkeit wird unter anderem bei Leistungsmärschen über sechs bis zwölf Kilometer mit vollem Marschgepäck – inklusive Zeitmessung – überprüft. „Das ist nicht nur Spaß. Letztlich geht es darum zu zeigen, dass man im Ernstfall einsatzfähig wäre.“ Dazu gehört auch, dass die Reservisten die Möglichkeit bekommen, ihr Know-how mit der Waffe am Schießstand trainieren zu können.

Die Gelegenheit dazu besteht bei den monatlichen Treffen, zu denen sich die Männer und Frauen der Reservistenkameradschaft Wallenhorst jeden zweiten Dienstag im Monat um 18 Uhr am Schießstand Winkler treffen. Bei den Zusammenkünften an der Wallenhorster Zeppelinstraße steht aber natürlich auch der gesellige Austausch im Fokus. „Wir sind eine gute Gemeinschaft, die zusammensteht“, betont Jörg Rehse. Die Kameraden kennen sich zum Teil seit langer Zeit. Viele von ihnen unternehmen auch außerhalb der Treffen viel gemeinsam. 

Eine wichtige Aufgabe der Reservisten ist auch das Gedenken an gefallenen Kameraden und die Pflege von Kriegsgräberstätten. Zu den Highlights seiner ehrenamtlichen Arbeit zählt für Jörg Rehse denn auch die gemeinsame Sammlung der Kameraden mit dem Osnabrücker Oberbürgermeister sowie Mitgliedern des Stadtrats für den Erhalt von Kriegsgräbern. In Zeiten von Corona mussten diese und viele andere Aktionen zeitweise ruhen. Jetzt sind die Reservisten aber wieder aktiv und freuen sich auf die nächsten Einsätze für die Allgemeinheit.  

Abgesehen von ehemaligen Soldaten sind natürlich auch junge Menschen aus der Gemeinde Wallenhorst bei den Treffen der Reservistenkameradschaft willkommen. Sie können dort zum Beispiel aus erster Hand erfahren, wie der ganz normale Soldatenalltag in der Bundeswehr funktioniert. Wer sich informieren und einmal hinein schnuppern möchte, ist herzlich willkommen an einem der nächsten Treffen teilzunehmen. Weitere Infos gibt es auch im Internet unter www.reservistenverband.de/osnabrueck. (H.) 

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