· 

„Wir sind wie eine große Familie“

Der Männerchor Lechtingen:

Seit 100 Jahren eine Bereicherung für das kulturelle und gesellschaftliche Leben  –  

Feierlichkeiten zum Jubiläum fallen wegen Corona leider weitgehend aus –

Freude am Singen und der Gemeinschaft ist entscheidend

Eigentlich hätte 2021 für den Männerchor Lechtingen ein einzigartiges Jahr voller  Highlights werden sollen:

Der 1921 gegründete Verein feiert in diesem Jahr sein 100-jähriges Jubiläum. Ein fröhlicher Austausch inklusive festlichen Konzerten kann in Zeiten von Corona leider allenfalls intern und im kleinen Rahmen stattfinden. Immerhin sind seit der letzten Woche wieder Übungsabende an der frischen Luft erlaubt. Nach vielen Monaten Zwangspause ist nun endlich wieder ein aktives Vereinsleben möglich, freut sich der Vorsitzende Andreas Thünker: „Es tut richtig gut, sich treffen und gemeinsam Singen zu können.“ 

Mit ein wenig Glück und einer entspannten Corona-Lage können sich die Sänger noch auf einen ganz besonderen Höhepunkt freuen. So soll der Männerchor Lechtingen mit der Zelter-Plakette geehrt werden. Diese in Deutschland höchste Auszeichnung für Amateurchöre verleiht der Bundespräsident an Chöre, die seit mindestens 100 Jahren ununterbrochen musikalisch aktiv sind und sich besonders um die Pflege der Chormusik sowie des Deutschen Volkslieds verdient gemacht haben. Ende 2020 bekam der Männerchor Lechtingen die erfreuliche Nachricht, dass er alle Kriterien für die Verleihung erfüllt hat und die Zelter-Plakette bekommen soll. 

Ein Blick in die ältere und jüngere Geschichte zeigt, dass der Männerchor Lechtingen stets eine Bereicherung des kulturellen und gesellschaftlichen Lebens in der Region war und bis heute ein attraktiver Anlaufpunkt ist. „Wir sind wie eine große Familie, in der man viel gemeinsam macht und füreinander da ist“, betont der stellvertretende Vorsitzende Stefan Lampe. Das Vereinsleben im Männerchor Lechtingen umfasse weit mehr als den wöchentlichen Übungsabend. „Viele Mitglieder haben sich vor Jahrzehnten im Männerchor kennengelernt und sind seitdem eng befreundet“. Auch neue Sänger werden umgehend freundschaftlich in die Gemeinschaft aufgenommen. 

Derzeit gehören dem Männerchor Lechtingen 38 aktive und rund 80 fördernde Mitglieder an. Mitmachen können Männer aus allen Altersklassen, die Freude am Singen und der Gemeinschaft haben, erklärt Andreas Thünker. Willkommen sind auch Sänger, die keine geübte Stimme oder Chorerfahrung haben. Mit ein wenig Übung und Unterstützung durch den Chorleiter sowie den Mitsingern gelinge die Integration in der Regel völlig unproblematisch. Die Mitglieder kommen mitunter von anderen Hobbys, weil das Singen bis ins hohe Alter möglich ist.

Die Übungsabende finden in coronafreien Zeiten immer Donnerstags ab 19.30 Uhr in der Scheune des Vereinslokals „Zur Post“ in Wallenhorst statt. Die meisten Sänger kommen schon etwas eher, um zunächst in netter Runde ein Glas Bier zu trinken. Das Einsingen und die erste Halbzeit des Übungsabends werde vom 1. oder 2. Vorsitzenden mit der Vereinsglocke angekündigt. 

Nach einer kurzen Pause geht es dann in die zweite „Sing-Halbzeit“, berichten Andreas Thünker und Stefan Lampe mit einem freundlichen Lächeln. Wie lange danach die für einen entspannten Austausch genutzte Verlängerung dauert, ist bei jedem Sänger von Abend zu Abend unterschiedlich. Überhaupt pflegen die Mitglieder ein sehr aktives Vereinsleben. Zusätzlich zu den Übungsabenden finden von der Fahrradtour ins Grüne, dem traditionellen Grünkohlessen oder der Vatertagstour zahlreiche weitere gemeinsame Aktivitäten statt.

Wie es bei traditionellen Chören üblich ist, stehen auch beim Männerchor Lechtingen in erster Linie seit vielen Jahren bewährte Klassiker bei den Übungsabenden und Konzerten auf dem Programm. Es werden aber auch Pop-Stücke etwa von Marius-Müller Westernhagen oder der Münchner Freiheit gesungen: „Wir gehen bei der Auswahl auch mit der Zeit und bemühen uns, eine ausgewogene Mischung von klassischen und modernen Musikstücken auf die Bühne zu bringen.“    

Dass dies dem Männerchor Lechtingen bis heute immer bestens gelungen ist, zeigt auch die stets große Publikumsresonanz. „Wir haben schon vor rund 1.000 begeisterten Besuchern gesungen. Das war für alle ein wunderschönes Erlebnis“, erinnern sich die beiden Vorsitzenden. Wann der Chor zumindest für kleinere Konzerte wieder auftreten darf, werden die nächsten Wochen zeigen. Sicher ist, dass der Männerchor gut vorbereitet und voller Motivation bereitsteht, versichert Andreas Thünker: „Wir freuen uns schon sehr, möglichst bald wieder für ein Konzert auf der Bühne stehen zu dürfen.“

Abgesehen vom gemeinsamen Singen macht sich der Männerchor Lechtingen auch um die Heimat- und Kulturpflege verdient. Nahe des von dem Verein neu gepflanzten Burenbaums sowie des an die Vereinsgeschichte erinnernden Gedenksteins hat der Männerchor Lechtingen der Gemeinde anlässlich der Wallenhorster 1150-Jahr-Feier eine hübsche und bequeme Sitzbank gestiftet, die von den Mitgliedern mit Hingabe und Tatkraft gepflegt wird. Während der Corona-Zeit hat sich Andreas Thünker hier regelmäßig mit Mitgliedern getroffen, um wichtige Vereinsangelegenheiten in aller Ruhe und vertrauter Runde besprechen zu können. Auch das Bürger-Echo hat sich dort für das Gespräch mit den beiden Vereinsvorsitzenden getroffen und kann den ruhigen Ort mit seinem wunderschönen Blick in die Natur und auf die Türme der Ruller Kirche für eine kleine Pause zum Verweilen empfehlen.

Wer sich für den Männerchor Lechtingen interessiert, kann die Vorsitzenden gern ansprechen oder einfach zu einem der Übungsabende vorbeikommen. „Wenn gewünscht, hole ich den Interessenten zu Haus ab und mache ihn mit den Mitgliedern bekannt“, betont Andreas Thünker: „Lange Eingewöhnungszeit braucht man bei uns nicht. Bei uns können alle schnell voll integriert mit dabei sein.“

Kommentar schreiben

Kommentare: 0