· 

„Hier hat alles angefangen“

Die Freunde und Förderer der Alten Kirche:

1976 gegründeter Verein setzt sich für den Erhalt des historischen Bauwerks ein –

Beliebter Standort für Hochzeiten –

Sonntag nachmittags geöffnet

„Wir möchten die Alte Kirche erhalten. Sie war als erstes da und war bis zum Bau der neuen Kirche der kirchliche Mittelpunkt von Wallenhorst. Nach dem Kirchgang wurden hier die Neuigkeiten aus den vier Gemeinden Hollage, Lechtingen, Pye und Wallenhorst ausgetauscht.“ Bei der Frage, warum ihm das historisch wertvolle Bauwerk am Herzen liegt, muss Karl Burmeister nicht lange überlegen. Der 1. Vorsitzende des rund 200 Mitglieder starken Vereins Freunde und Förderer der Alten Kirche verweist darauf, dass die erste urkundliche Erwähnung des heutigen Gemeindenamens auf eine Reliquienübertragung am Ort der Alten Kirche zurückgeht: „Die Alte Kirche wurde schon im Jahr 851 erwähnt und geht der Sage nach auf Karl den Großen zurück. Hier hat in Wallenhorst alles angefangen.“ 

Dass die Alte Kirche der historische Kern der Gemeinde ist, zeigen unter anderem mehrere Straßennamen wie etwa der Pyer Kirchweg, der Lechtinger Kirchweg oder der Schleptruper Kirchweg, die aus allen Himmelsrichtungen zu dem jahrhundertealten Bauwerk führen. Bei guter Sicht ist der Turm der Alten Kirche auch heute noch kilometerweit zu sehen – vom Kanal in Hollage aus ebenso wie von der Lechtinger Windmühle. Auch das verdeutlicht, dass die späteren Siedlungen rund um die Alte Kirche erfolgt sind. Bis in das neunzehnte Jahrhundert ist die Alte Kirche der zentrale Treffpunkt für das gesellschaftliche Leben der hier lebenden Menschen gewesen. 

Welche große Bedeutung die Alte Kirche nach wie vor für viele Wallenhorster hat, zeigt längst nicht nur die konstant hohe Mitgliederzahl des 1976 gegründeten Fördervereins. Seitdem die Kirche und ihre Außenflächen auch dank zahlreicher ehrenamtlicher Arbeitsstunden und Spenden von Vereinsmitgliedern wieder ansehnlich von innen und außen gestaltet ist, sind die dort veranstalteten Gottesdienste und Veranstaltungen stets sehr gut besucht. Für Hochzeiten ist die Alte Kirche mit ihrem einmalig schönen Ambiente seit Jahren mehr als ein Geheimtipp. Auch die regelmäßigen Konzerte locken stets zahlreiche Freunde klassischer Musik weit über Wallenhorst hinaus an.

Die bei Jung und Alt beliebten Veranstaltungen dürfen ebenso wie die Hochzeiten in Zeiten von Corona größtenteils nicht in der Alten Kirche stattfinden. Im Jahr 2020 waren keine Gottesdienste möglich. Auch die Christmette am Heiligenabend musste ausfallen, berichtet Karl Burmeister. An Sonntagnachmittagen ist die Alte Kirche von 14.30 bis 17 Uhr geöffnet. Das Angebot werde gerade jetzt von Interessierten aller Altersstufen gern angenommen, berichtet der Vereinsvorsitzende: „Für mich ist es das Schönste, dass die Alte Kirche viele Menschen interessiert und mit Leben gefüllt ist.“

Erfreulich ist für Karl Burmeister auch, dass die ansehnlich gestalteten Außenanlagen gerade jetzt im Frühjahr ein beliebter Treffpunkt für Fahrradausflüge und Spaziergänger sind. Die auf der Grünfläche rund um die Alte Kirche aufgestellten Bänke ermöglichen eine gemütliche Pause, ohne dass man anderen Gruppen zu nah kommt. Besucher sind jederzeit herzlich willkommen, betont der 1. Vorsitzende: „Wir haben nur die Bitte, dass man den Platz sauber hinterlässt und seine Hinterlassenschaften mitnimmt oder in die dafür installierten Mülleimer wirft.“

So attraktiv wie heute war die Alte Kirche vor der Gründung des Fördervereins nicht. Bis in die sechziger Jahre hinein war das Gebäude in einem sehr schlechten Zustand. „Das Dach war undicht und der Turm war mit Pflanzen bewachsen. Ohne Gegenmaßnahmen wäre das historische Bauwerk verloren gegangen.“ Glücklicherweise wurde die Alte Kirche seinerzeit dank der Unterstützung einsichtiger Wallenhorster Bürger gerade noch rechtzeitig renoviert. 

Nachdem dort wieder erste Gottesdienste gefeiert werden konnten, hat sich am 6. Oktober 1976 der Verein Freunde und Förderer der Alten Kirche gegründet. Die Aufgaben des Vereins sind bis heute unverändert geblieben. „Wir übernehmen denkmalpflegerische Aufgaben mit dem Ziel, den Erhalt des Bauwerks nachhaltig sicherzustellen.“ Für Karl Burmeister selbst bedeutet das, dass er durchschnittlich insgesamt einen Arbeitstag pro Woche für die ehrenamtliche Vereinsarbeit investiert.  

Der Verein führt seine Aktivität in enger Abstimmung einvernehmlich mit dem Kirchenvorstand der Pfarrgemeinde St. Alexander Wallenhorst unter Beachtung der in der Diözese Osnabrück geltenden Bauordnung durch. Wie viel auch dank der vielen ehrenamtlichen Helferstunden und Spendengelder erreicht worden ist, kann man bei einem Besuch des bestens gepflegten Gebäudeensembles schnell erkennen. Immer wieder findet der Verein ein offenes Ohr bei der Gemeinde, wenn es um Unterstützung von Baumaßnahmen geht. Die Alte Kirche ist heute ein Schmuckstück und lädt sowohl innen wie außen zum Verweilen ein. Die neue Orgel macht die Gottesdienste und Konzerte zu einen einmalig schönen Klangerlebnis. Nicht zuletzt hat die Dorferneuerung ermöglicht, dass großzügige Parkplätze entstanden sind, so dass die Alte Kirche auch für Besucher von außerhalb gut erreichbar ist.

Wer dem Verein beitreten möchte, ist herzlich willkommen und kann Karl Burmeister oder ein anderes Vorstandsmitglied gern ansprechen. Der Mitgliedsbeitrag ist mit zehn Euro pro Jahr bewusst niedrig, damit „jeder mitmachen kann“. Dessen ungeachtet kann man den Jahresbeitrag auf freiwilliger Basis jederzeit aufstocken, um die Vereinsarbeit zu unterstützen. Aktuell liegen zwar keine größeren Bauprojekte oder Renovierungsarbeiten an. Die Alte Kirche sei allerdings auch in Zukunft auf Spendengelder angewiesen, betont der 1. Vorsitzende: „Der Erhalt des jahrhundertealten Bauwerks ist teuer. Hier geht immer wieder etwas kaputt und es gibt immer etwas zu tun.“ Weitere Infos gibt es im Internet unter www.altekirche-wallenhorst.de. (H.) 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0