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„Ein Stück Freiheit erleben“

Der Osnabrücker Motor-Yacht-Club: 

Starke Gemeinschaft pflegt gutes Miteinander –

Nach wenigen Kilometern im Mittellandkanal – 

220 Kilometer Boot fahren ohne Schleuse

Entspannt im eigenen Boot unterwegs sein und auf dem Wasser ein Stück Freiheit genießen können: Genau das ist offenbar gerade in Zeiten von Corona für viele Menschen besonders attraktiv. „Wir haben derzeit so viele Anfragen wie nie zuvor“, berichtet Burkhard Priesnitz, 1. Vorsitzender des rund 60 Mitglieder starken Osnabrücker Motor-Yacht-Clubs (OMYC) e.V. Die Liste der Interessenten für die Aufnahme im Club ist aktuell lang. Freie Liegeplätze für die kommende Saison gibt es im OMYC-Hafen am Stichkanal nach Osnabrück schon lange nicht mehr.  

„Boot fahren macht einfach Spaß, weil man mitten in der Natur ist und selbst bestimmen kann, wohin die Tour führt“, erklärt Burkhard Priesnitz, der mit seiner Frau und zwei Hunden nicht nur bei den im Frühjahr und im Sommer üblichen Ausfahrten viel Zeit auf seiner rund elf Meter langen, komfortabel ausgestatteten Motoryacht „Anna“ verbringt. Rostflecken entfernen, eine Schraube anziehen oder einfach nur alles tiptop sauber machen – auch an kälteren Tagen gibt es am Club-Anleger in Hollage immer eine Menge auf dem Boot zu tun. „Für uns ist das zu jeder Jahreszeit eine ideale Freizeitbeschäftigung.“

Für Clubmitglieder ist dabei ganz wichtig, dass man freundlich miteinander umgeht und sich im Bedarfsfall gegenseitig hilft, erklärt der 1. Vorsitzende: „Wir pflegen ein gutes Miteinander und möchten, dass alle gut miteinander auskommen.“ Aus diesem Grund müssen neue Mitglieder vor ihrer Aufnahme eine mehrmonatige Bewährungszeit durchlaufen, in der sie zeigen, dass ihnen neben dem schönen Liegeplatz fürs Boot auch die Gemeinschaft im Club wichtig ist.

Der OMYC-Clubhafen liegt im Ortsteil Hollage kurz vor der Landesgrenze nach Nordrhein-Westfalen zwischen Kilometer 5,7 und 6 des Stichkanals. Das landschaftlich schön gelegene, mit einem großzügigen Clubhaus, gepflegten Sanitäranlagen und gut geschützten Boots-Liegehallen für die Wintersaison ausgestattete Clubgelände ist auch wegen seiner verkehrstechnisch günstigen Lage attraktiv. „Von hier aus kann man rund 220 Kilometer weit mit dem Boot fahren, ohne eine Schleuse passieren zu müssen“, betont Burkhard Priesnitz. Auch bei Gästen sei der Clubhafen in Hollage etwa als Ausgangsort für einen Besuch der nahen Friedensstadt Osnabrück sehr beliebt.

An diesem kalt-windigen Tag kurz nach Ostern sind nur wenige Menschen auf dem Clubgelände zu sehen. „Eine Ausfahrt macht jetzt nur wenig Freude. Heute werden wohl alle im Hafen bleiben“, sagt einer der Bootsbesitzer, der das Bürger-Echo für ein kurzes Gespräch in die angenehm warme Kabine einlädt. Sobald das Wetter besser wird, werde dagegen schnell reger Betrieb im Hafen und auf dem Wasser sein. 

Auch Burkhard Priesnitz freut sich schon auf seine erste Frühjahrstour. Wohin es mit dem aus den Niederlanden stammenden, 140 PS starken Motorboot „Anna“ geht, wird er mit seiner Frau kurzfristig entscheiden. Fest vorgegeben seien nur die ersten Kilometer bis zur Einmündung in den Mittellandkanal. Dort kann man entweder links in Richtung Nasses Dreieck bei Hörstel zum Dortmund-Ems-Kanal oder rechts bis nach Bad Essen oder Minden abbiegen. Dazwischen liegen zahlreiche Häfen und kleine Liegeplätze, die man auch kurzfristig für einen Halt oder eine Übernachtung ansteuern kann. 

Mit etwas mehr Zeit und Erfahrung locken auch weiter entfernte Ziele wie der Rhein, die Weser oder die Elbe. Besonders gern erinnert sich der 1. Vorsitzende an Touren bis ins holländische Friesland oder zum IJsselmeer. „Da gibt es immer wieder viel Interessantes zu sehen und man trifft auf viele nette und interessante Bootsbesitzer.“

Auch für Anfänger seien die Niederlande ähnlich wie die Müritzer Seenplatte ein idealer Ort zum Ausprobieren. Hier kann man Boote über 15 PS auch ohne den sonst obligatorischen Führerschein chartern. Nach einer kurzen Einweisung und Testfahrt kann man als Freizeitkapitän losfahren. Wer dabei bleiben möchte und sogar auch ein eigenes Boot kaufen möchte, braucht allerdings mindestens amtliche Sportbootführerscheine mit dem Geltungsbereich für Binnenschifffahrtsstraßen bzw. Seeschifffahrtsstraßen, um die Wasserstraßen befahren zu dürfen. Für den Erwerb bietet der OMYC eine qualifizierte theoretische und praktische Ausbildung durch erfahrene Skipper an. Neben dem Know-how und den erforderlichen technischen Hilfsmitteln im Clubhaus steht dafür im Clubhafen auch ein eigenes Schulboot zur Verfügung. 

Wer mehr über den Osnabrücker Motor-Yacht-Club erfahren möchte, kann sich an den 1. Vorsitzenden Burkhard Priesnitz oder an die Geschäftsstelle an der Hollager Straße 172 wenden. Vor einem Besuch sollte man sich unter der Mobilnummer 01525 6319098 anmelden. (H.)


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