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Ein treuer Partner für Alltag und Sport

Die Ortsgruppe Wallenhorst im Verein für Deutsche Schäferhunde:

Vereinsgelände am Boerskamp bietet ideale Trainingsbedingungen –

„Zusammenarbeit macht richtig Spaß“

„Aus Respekt zum Hund“: Schon beim ersten Blick auf die Website des Wallenhorster Vereins für Deutsche Schäferhunde wird klar, wie wichtig eine zugleich disziplinierte und auf die Bedürfnisse des Hundes bezogene Haltung ist. „Ein Deutscher Schäferhund möchte gern Aufgaben und Beschäftigung haben. Er braucht eine Bezugsperson, die ihm mit freundlichen aber auch klaren Anweisungen die Richtung vorgibt“, betont Hartmut Langemeyer. Er zählt zu den rund 30 Mitgliedern des am 10. Juni 1981 von einigen Enthusiasten gegründeten Schäferhundverein Ortsgruppe Wallenhorst.

Sein Hund Bronco fühlte sich während seiner aktiven Sportlerkarriere am wohlsten, wenn es mit Herrchen zum Training auf den Vereins-Übungsplatz am Wallenhorster Boerskamp ging, berichtet Hartmut Langemeyer. „Bronco, mittlerweile fast 12 Jahre alt und damit im Hunderentenalter, freute sich immer sehr auf das Training. Die Hunde bei uns im Verein können auf dem Übungsplatz alles geben.“ In Zeiten ohne Corona geht es für die Hundesportler je nach Jahreszeit zwei oder drei Mal pro Woche auf den Trainingsplatz. Auf dem großzügigen, etwas abseits der nächsten Siedlung gelegenen Gelände gibt es vom Hindernisparcours bis zu einem Bereich für Gehorsams- und Schutzdienstübungen alles was für eine gute Ausbildung von Hund und Herrchen erforderlich ist. In dem Wallenhorster Verein sind neben Deutschen Schäferhunden auch andere Hunderassen zum Hundesport willkommen. Ähnlich wie in anderen Vereinen ruht der Trainingsbetrieb derzeit wegen der Corona-Pandemie. 

Ein Deutscher Schäferhund zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass er ein sehr vielseitiges und zuverlässiges Tier ist. Ein gut erzogener Schäferhund kann je nach Ausbildung in sehr unterschiedlichen Bereichen eingesetzt werden. Die Palette reicht vom Begleithund für blinde Menschen bis zum Polizeihund, der für Sicherheit sorgt. Nicht zuletzt ist der Deutsche Schäferhund ein idealer Partner für den Hundesport, der bei der Ortsgruppe Wallenhorst im Fokus steht, aber eben auch, bei entsprechender Erziehung, ein ganz toller Familienhund.

Bei regionalen Leistungswettbewerben haben aus der Ortsgruppe Wallenhorst schon mehrere Teams gute Platzierungen bei Landesgruppenprüfungen erreichen können. Dabei geht es in den drei Aufgabenbereichen Fährtenarbeit, Unterordnung und Schutzdienst darum, möglichst viele von insgesamt bis zu 300 Punkten zu erreichen. Das Höchste wäre natürlich die Qualifikation zu einer Bundessiegerprüfung, betont Hartmut Langemeyer: „Davon träumen wohl viele ambitionierte Sportler. Denn dort dürfen nur die Besten der Besten teilnehmen.“

Ein fachgerecht trainierter Hund bekommt übrigens nicht nur gute Noten auf dem Übungsplatz. Er ist dann auch ein fügsamer und treuer Alltagsgefährte. So lernt der Hund beim Unterordnungstraining, dass er die Kommandos von Frauchen oder Herrchen präzise ausführen und sicher bei Fuß gehen muss, oder diverse technische Übungen, wie beispielsweise Apportierübungen, zeigen muss. Etwas robuster zur Sache geht es beim Schutzdienst-Training, erklärt Hartmut Langemeyer. Damit wird der Schäferhund darauf trainiert, möglichst kräftig und fest in einen stark gepolsterten Schutzärmel zu beißen, den der Hundehalter zuvor angelegt hat. All das sind Fähigkeiten, die den Schäferhund auch zu einem guten Familienhund machen. Die geistige und körperliche Herausforderung durch regelmäßiges Training sorgen für eine gute Auslastung, geben dem Hund Selbstsicherheit und damit ein gutes Stück „Gelassenheit“ in stressigen Situationen. Anders als bei Dienst, bzw. Polizeihunden, die durch eine ganz andere Reizlage ausgebildet werden und dadurch eben auch dann dahin beißen, wo es wehtut, sind die vierbeinigen Partner bei den Schutzdienstübungen im Hundesport allein auf den Biss in den geschützten Arm fixiert. Angst vor Verletzungen muss man als Trainingspartner kaum haben, berichtet Hartmut Langemeyer: „Mit etwas Erfahrung kann eigentlich nichts passieren.“ Die Hunde werden frühzeitig nach und nach an die Aufgaben heranführt und wissen beim Training genau, was von ihnen verlangt wird. Bei jungen Hunden fängt das Schutzdienst-Training mit dem Festhalten eines rissfesten Lappens an. „Die Hunde lieben das und machen auch später bei den herausfordernden Übungen mit sichtlicher Begeisterung mit.“ 

Das Gleiche gilt für die Fährtenarbeit als dritten wichtigen Part des Hundesports. Der Schäferhund kann dabei im engen Zusammenspiel mit dem Hundeführer seine von Natur aus gegebene „Supernase“ einsetzen. Ziel der Übung ist, dass zuvor ausgelegte Gegenstände vom Hund ohne langen Zeitverzug aufgespürt und zuverlässig angezeigt werden. Die Liegezeit einer Fährte kann je nach Ausbildungsstand und Schwierigkeitsgrad zwischen 20 Minuten und drei Stunden betragen.

Nach einem erfolgreichen Übungstag sind der Hund und sein Besitzer zumeist gleichermaßen zufrieden. „Ein Deutscher Schäferhund ist ein schlaues und sensibles Tier. Er merkt sofort, wenn er etwas gut oder auch weniger gut gemacht hat.“

Für eine artgerechte und für alle Beteiligten zufrieden stellende Hundehaltung ist entscheidend, dass man genügend Zeit für das Tier hat und den Hund, unabhängig davon welche Rasse es ist, angemessen erzieht. Mit guten Vorsätzen und reichlich Kuscheln ist es dabei nicht getan. Vielmehr kommt es auf das sichere Beherrschen bestimmter Regeln und ausreichendes Training – auch im heimischen Umfeld – an. Gerade Schäferhunde sprechen sehr gut auf positive Bestätigungen bei der Erziehung an. „Der Hund freut sich, wenn er für wunschgemäß ausgeführte Anweisungen belohnt wird.“ Aber natürlich kuscheln auch Schäferhunde gerne und das sollte man ihnen auch reichlich gönnen.

Böse Worte oder körperliche Maßregelungen als Strafe für Widersetzlichkeiten gehören schon lange nicht mehr zu einer qualifizierten Hundeerziehung, erklärt Hartmut Langemeyer: „Man arbeitet heute eher mit positiver Bestärkung. Wenn etwas schlecht gelaufen ist, sollte man das mehr oder weniger einfach ignorieren, dem Hund Hilfestellungen geben, ihm Wege zum Erreichen des Ziels aufzeigen und ihn dann aber umso mehr loben, wenn er das Verhalten zeigt, was wir mit dem Kommando erzielen möchten.“ Um mit einem Deutschen Schäferhund zurechtkommen zu können, muss man ihm gegenüber auch konsequent sein, da es sich in der Regel um charakterstarke Tiere handelt. Da das in seiner Natur liegt, übernimmt ansonsten der Dackel, Dobermann, oder eben auch Deutsche Schäferhund anstelle des Menschen die Führung – was für Hunde ganz normal ist, weil es ihrem natürlichen Trieb entspricht, sich möglichst an die Spitze seines Rudels zu setzen. Diesen Platz gibt er dann in der Regel auch nur ungern wieder her.

Beim Kauf eines Hundes sollte man sich möglichst an einen bewährten Züchter wenden und sich die Elterntiere inklusive der Haltungsbedingungen vorab genau anschauen. Wenn alles einen guten Eindruck macht, sollte man auf den Körperbau und die gewünschte Fellfärbung achten – und ansonsten seinem Herz und dem gesunden Menschenverstand vertrauen. 

Ein Deutscher Schäferhund ist in der Regel körperlich robust und in seinem Wesen gut berechenbar. „Mit einem Welpen eines seriösen Züchters kann man eigentlich nichts falsch machen“, betont Hartmut Langemeyer. Er selbst hat seinen ersten Deutschen Schäferhund vor mehr als 20 Jahren ohne Papiere aus dem Tierheim geholt – und hatte richtig Glück. Auch der zweite Schäferhund Zarus der aktuelle Nachfolger Bronco waren und sind Hunde, die vieles mitbringen, was man sich als Tierfreund und Sportler wünscht: „Diese Hunde machen einfach Spaß.“

Die Ortsgruppe Wallenhorst (LG 03/OG 219) im Verein für Deutsche Schäferhunde hat ihr Vereins- und Übungsgelände am Boerskamp (gleich neben der Autobahnbrücke).

1. Vorsitzender des Vereins ist Carsten Wilke, der von einem aktiven und engagierten Vorstandsteam unterstützt wird. Die Ortsgruppe Wallenhorst ist auf den Schutzhundesport und das Ausstellungswesen innerhalb des Hauptvereins spezialisiert und betreibt diesen sehr erfolgsorientiert mit zwei zertifizierten Ausbildungswarten und einem zertifizierten Zuchtwart. Außerdem wird auf Nachfrage ein Erziehungskurs nach dem so genannten Augsburger Modell angeboten. Nicht zuletzt gibt es, ebenfalls auf Nachfrage, zwei in ganz junge Welpen und Junghunde aufgeteilte Welpengruppen, in denen Hundehalter – nicht nur von Deutschen Schäferhunden – mit den Grundlagen der Hundehaltung- und Erziehung vertraut gemacht werden. 

Sobald die Corona-Kontaktbeschränkungen aufgehoben worden sind, wird die aktive Vereinsarbeit wieder aufgenommen. Dann sind Hundesport-Interessenten herzlich zu einem Besuch und Info-Gespräch am Wallenhorster Boerskamp eingeladen. (H.)


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