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Die Freude am Sport ist am wichtigsten

Jugendtrainer von TuS Eintracht Rulle: Möchten gutes Vorbild sein

Kinder und Jugendliche für den Fußball begeistern –

Auch als Berater und Mensch gefragt

„Fußball ist unser Leben“ war zu Jugendzeiten des Berichterstatters die von fast allen Jungen und Mädchen mit ganzem Herzen mitgesungene WM-Hymne der Nationalmannschaft. Ob auch die heutigen Kids ähnlich fußballbegeistert sind, wollte das Bürger-Echo an diesem Nachmittag auf dem Sportgelände von TuS Eintracht Rulle erfahren. Die Antwort der gerade vom Training kommenden Zehn- bis Zwölfjährigen war eindeutig: „Na klar ist Fußball das Beste – vor allem, wenn wir gewinnen.“

In einem kurze Zeit später folgenden Gespräch bestätigen vier ehrenamtliche Trainer aus dem Eintracht-Jugendleiterteam, dass Fußball im Verein für viele Kinder und Jugendliche nach wie vor „total angesagt ist.“ Ein Blick auf die beiden zwischen 18 und 19 Uhr mit mehreren Jugend-Teams besetzten Trainingsplätze zeigt, dass der Andrang zumindest in Rulle offensichtlich groß ist. 

„Nachwuchsprobleme gibt es bei uns nicht“, sind sich die Trainer einig. Derzeit nehmen 15 Jugend-Mannschaften mit rund 200 Kickern für TuS Eintracht Rulle am Spielbetrieb teil. Von der Jüngsten in der U7-Truppe bis zur A-Jugend mit bis zu 19-jährigen Kickern ist in jeder Altersklasse mindestens eine Mannschaft gemeldet – inklusive vier Mädchen-Teams. Jede Eintracht-Mannschaft wird von mindestens einem qualifizierten Trainer betreut. 

Einer der Jüngsten ist Joey Trennhaus. Er hat selbst seit der G-Jugend bei Eintracht Rulle gespielt. Nach dem Wechsel in den Herrenbereich engagiert er sich mit großem Engagement und Erfolg als Jugendtrainer. Nach einem Jahr in der D-Jugend gehört er aktuell gemeinsam mit Nicholas Vogt zum Trainer-Duo der B-Jugend. Das Training der in diesem Alter nicht immer einfachen 15- bis 17-Jährigen ist für Joey Trennhaus eine spannende Herausforderung, die ihm großen Spaß macht. Dass er dabei nicht nur Technik und Taktik vermittelt, sondern mitunter auch als Berater und Mensch gefragt ist, sieht der junge Mann gelassen: „Ich kann gut nachvollziehen, was die Jugendlichen in diesem Alter bewegt. Immerhin ist es noch gar nicht so lange her, dass ich selbst in der B-Jugend gespielt habe.“

Ansgar Espel hat in 32 Jahren schon zahlreiche verschiedene Jungen- und Mädchen-Teams in fast allen Altersklassen auf dem Eintracht-Sportplatz betreut. Ein guter Trainer ist für ihn zugleich auch ein gutes Vorbild für die Kinder und Jugendlichen. „Dazu gehört neben der fachlichen Kompetenz vor allem, dass man stets fair gegenüber den Mit- und Gegenspielern sowie dem Schiedsrichter bleibt“. Für Trainer und Betreuer sei es besonders wichtig, dass man auch in strittigen Situationen besonnen bleibt und auf böse Worte oder Beleidigungen verzichtet. „Bei uns in Rulle hat das immer gut funktioniert“, betont Ansgar Espel: „Ich kann mich in all den Jahren als Trainer an keine Situation erinnern, in der jemand von uns wirklich negativ aufgefallen ist.“

Für Sascha Schürmann hat die Arbeit als Jugendtrainer eher überraschend begonnen. „Eigentlich hatte ich dafür zu wenig Zeit“, erinnert er sich an seinen Einstieg vor gut fünf Jahren. Als sich seinerzeit kein passender Trainer für das F-Jugend-Team seiner Tochter gefunden habe, sei er gefragt worden. „Ich habe dann spontan zugesagt und bin dabei geblieben.“ Bereut habe er die Entscheidung für die ehrenamtliche Jugendarbeit nicht, erklärt Sascha Schürmann: „Ich finde es einfach schön, wenn man seine Erfahrung weitergeben kann und miterlebt, wie sich die Kinder und Jugendlichen über die Jahre in ihren Teams entwickeln.“ 

Ähnlich positive Erfahrungen als Jugendtrainer bei der Eintracht hat auch Klaus Katerkamp gemacht. Er hat sich vor acht Jahren für das Engagement in seinem Heimatverein entschieden. Seinerzeit standen in der Altersklasse seines Stiefsohns zu viele Kinder für das bestehende Team auf dem Trainingsplatz. „Statt die Kinder nach Hause zu schicken, haben wir eine weitere Mannschaft gegründet, bei der ich dann das Training übernommen habe.“ Inzwischen hat Klaus Katerkamp die C-Trainerlizenz erworben. Gerade ist er als Trainer bei den jüngsten Kickern in der G-Jugend wieder eingestiegen: „Mir macht das Training mit den Kindern nach wie vor großen Spaß. Für mich gehört das heute einfach dazu“.

Und was ist für die vier Trainer der wichtigste Grund, auch bei Wind und Wetter zuverlässig als Übungsleiter auf dem Trainingsplatz zu stehen: „Das ist ganz klar“, betonen sie einmütig: „Hauptmotivation ist natürlich die Gemeinschaft und die Freude am Sport.“ Dass neben dem Spaß am Kicken auch der Erfolg eine Rolle spielt, räumen die Jugendtrainer gern ein. So sei der aktuelle Bezirksliga-Aufstieg der 1. Herrenmannschaft auch eine Bestätigung der guten Jugendarbeit. 

Tatsächlich hat ein Großteil der Spieler aus der auch in der höheren Klasse gut in die Saison gestarteten Ersten schon die Jugendmannschaften der Eintracht durchlaufen. Einige in Rulle ausgebildete Spieler sind heute sogar in höherklassigen Mannschaften in der Landes- oder Niedersachsenliga aktiv. „Die meisten kommen früher oder später aber zur Eintracht zurück, weil sie sich hier in ihrem gewohnten Umfeld am wohlsten fühlen“, berichten die Jugendtrainer. Mit einer vor kurzem für die A-Jugend eingerichteten Spielgemeinschaft mit BW Hollage will Eintracht Rulle sicherstellen, dass künftig auch im Jugendbereich vermehrt auf Bezirksebene oder höher gespielt werden kann. Mittel- und langfristig sollen so noch mehr leistungsstarke Spieler für den Herrenbereich gewonnen werden. 

Bei Eintracht Rulle sind dessen ungeachtet alle Kinder und Jugendliche willkommen, die einfach nur gern Fußball spielen möchten. Ansprechpartner für den Jugendbereich ist der Koordinator Mike Buddecke, der unter der Telefonnummer 0162/5107071 erreichbar ist.  Natürlich ist es auch möglich, selbst an den Trainingstagen auf dem Fußballplatz vorbeizuschauen und sich nach dem passenden Team und den dazugehörenden Trainern und Betreuern zu erkundigen. Weitere Informationen über den Jugendfußball und auch andere Abteilungen des Vereins gibt es im Internet unter www.tus-eintracht-rulle.de (H.)


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