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Begeisterung fürs Reiten bleibt meistens für immer

Unterricht auf Schulponys- und Pferden für Kinder und Erwachsene –

Gutes Miteinander auf dem Hof Recker –

Pferde müssen als Partner stets fair behandelt werden

Dass das Glück der Erde auf dem Rücken der Pferde liegt, kann man an diesem schönen Sommertag sehr eindrucksvoll erleben. Das Bürger- Echo ist auf Einladung des Reit- und Fahrvereins (RuF) Hollage zu Gast auf dem Hof Recker an der Hollager Waldstraße. Bei angenehm warmen Wetter wird gerade eine fröhliche Mädchen-Gruppe im Grundschulalter in den Grundgangarten Schritt, Trab und Galopp unterrichtet. Die Stimmung auf dem Reitplatz des Pferdezucht- und Pensionsbetriebs ist zugleich fröhlich und konzentriert. „Das macht so viel Spaß“, sagen die jungen Reitschülerinnen in einer kleinen Pause: „Und die Ponys sind so lieb und machen richtig toll mit.“

Für die Vereins-Jugendwartin Nina Wagner ist die Begeisterung der Kinder immer wieder aufs Neue eine Motivation, sich ehrenamtlich für den Reitsport im RuF Hollage zu engagieren. „Wir möchten den Reitschülern von Anfang an vermitteln, dass es beim Reiten vor allem auf den Respekt und den fairen Umgang mit dem Pferd ankommt. Denn das Tier sei kein Sportgerät, sondern ein Lebewesen, das einen eigenen Kopf hat und als Partner gut behandelt werden möchte.“ 

Im RuF Hollage sind entsprechende Grundregeln eine Selbstverständlichkeit. „Unsere Ponys sind auch deshalb so zuverlässige Reitpartner, weil sie offensichtlich zufrieden sind“, betont Nina Wagner. Links und rechts von ihr stehen die Schulpferde Polly und Bella. Der schicke Schimmel und das niedliche Scheck-Pony wurden gerade frisch geputzt und blicken mit Vorfreude auf das Abendheu, das gerade zu ihren Boxen gebracht wird. Polly und Bella sind zwei der insgesamt sechs Ponys und Großpferde, auf denen man beim RuF Hollage reiten lernen kann. 

„Die derzeit jüngsten Reitschüler sind sechs Jahre alt. Wir haben aber auch ältere Kinder und Jugendliche sowie auch einige Erwachsene“, berichtet Nina Wagner. Die Nachfrage nach gutem Reitunterricht sei groß. Derzeit würden rund 20 Interessenten auf der Warteliste für einen Platz in einer Unterrichtsgruppe stehen. Nahezu täglich finden beim RuF Hollage Übungsstunden mit jeweils vier bis fünf Kindern statt. Samstags werden unter der Leitung erfahrener Reitlehrerinnen zudem Longenstunden für junge Reitanfänger angeboten. Wer in den Sattel möchte, müsse zunächst wichtige Grundregeln für die Pflege und den Umgang mit dem Pferd lernen. Dazu gehöre neben dem richtigen Putzen des Fells und dem Hufe auskratzen auch die eine oder andere Bodenstunde, in der man ohne Sturzgefahr sehen kann, wie ein Pferd auf seine Umwelt reagiert.  

Für erfahrene Reiterinnen mit zumeist eigenem Pferd gibt es am Wochenende auch eine so genannte Hausfrauenstunde. Neben einer Halle und Reitplätzen kann auch das umgebende Gelände für einen kleinen Ausritt genutzt werden – bei den jungen Reitschülern natürlich immer unter Aufsicht einer erfahrenen Reitlehrerin. Reine Freizeitreiter sind im RuF Hollage ebenso gut aufgehoben wie Reiter mit sportlichen Ambitionen, betont Nina Wagner: „Wir haben hier eine gute Gemeinschaft, in der jeder akzeptiert wird, der vernünftig mit seinem Pferd umgeht.“

Tatsächlich finden in dem aktuell rund 160 Mitglieder starken Verein neben dem Reitsport auch zahlreiche weitere Aktivitäten rund ums Pferd statt. Als eines der Highlights findet normalerweise – also in Zeiten ohne Corona – jedes Jahr ein Hofturnier mit Reitern aus befreundeten Vereinen statt. Für die Kinder geht es in diesem Jahr vom 11. bis zum 13. August zum RuF-Sommercamp auf den Pferdehof Vox in Eggermühlen. „Die Fahrt war schnell fast komplett ausgebucht“, freut sich die Jugendwartin: „Die zumeist jungen Teilnehmer freuen sich total und reden schon seit Wochen von nichts anderem mehr.“

Sie selbst sei das beste Beispiel dafür, dass man dem Hobby Reiten meistens für immer treu bleibt, wenn man einmal ein Pony oder Pferd in sein Herz geschlossen hat, betont Nina Wagner, die nach ersten Reitversuchen als Sechsjährige seit fast 35 Jahren im Sattel sitzt. Letztlich sei der Umgang mit dem Partner Pferd auch so etwas wie eine Schule fürs Leben: „Reiten macht zugleich Freude und fördert das Verantwortungsbewusstsein für sich und andere.“ An ihrem Mann habe sie gesehen, dass man auch noch als Erwachsener die Freude am Reitsport entdecken kann. Der habe zunächst nichts mit Pferden zu tun gehabt und sei nun regelmäßig mit großem Spaß bei Reitstunden oder Ausritten dabei.   

Der 1976 gegründete RuF Hollage ist seit etwa drei Jahren auf dem Hof Recker an der Waldstraße 25 angesiedelt. Der zuvor in einer Reitanlage nahe des schwarzen Sees heimische Reit- und Fahrverein hat schwere Zeiten überstanden und steht nach Angaben des Vorstands heute wirtschaftlich gesund da. „Wir können wieder nach vorn schauen und sind gerade in einer Sondierungsphase, in der geprüft wird, welche zusätzlichen Angebote in der Zukunft möglich sind“, berichtet die Jugendwartin Nina Wagner: „An interessanten Ideen fehlt es nicht. Wir müssen nun schauen, was für den Verein sinnvoll und möglich ist.“ 

Sicher ist die ehrenamtlich aktive Reitsportlerin bereits in einem Punkt: „Wir werden uns auch in Zukunft dafür einsetzen, dass möglichst viele Pferdefreunde die Möglichkeit für qualifizierten Reitunterricht bekommen und Spaß am Reiten haben können.“ Im RuV Hollage sei das Reiten längst nicht nur ein Hobby für Gutbetuchte. Der Verein verlange keine Aufnahmegebühr. Und auch der Beitrag für die Reitstunden und die Mitgliedschaft seien keineswegs unbezahlbar.

Wer mehr über den Reit- und Fahrverein Hollage erfahren möchte, kann über die Internet-Adresse info@ruf-hollage.de oder per Whatsapp unter der Nummer 0151/68174502 Kontakt aufnehmen. Interessenten sind zudem tagsüber zu einem Schnupper-Besuch auf dem Hof Recker an der Waldstraße 15 eingeladen. (H.)

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