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„Brauchen Unterstützer mit Herz für die Kultur“

Musik- und Malfreunde Lechtingen e.V. bietet seit 1987 qualifizierten Unterricht  – 

Derzeit sind rund 140 Schüler aktiv  – 

Angebote vom Klavier bis zur Gitarre bis zum Ballett

„Mit Musik ist das Leben einfach viel schöner.“ Bei der Frage, warum sie sich für die Lechtinger Musik- und Malfreunde engagieren, müssen die beiden Vereinsvorsitzenden Eva-Maria Meins-Niemann und Andreas Ludewigt nicht lange überlegen: „Wir möchten jedem die Möglichkeit geben, ein Instrument zu lernen und selbst die Freude am Spielen erleben zu können.“ In der Gemeinde Wallenhorst ist dies dank des Vereins bereits bei etlichen Generationen von Kindern und Jugendlichen gelungen. Das Erfolgsgeheimnis der von Eltern und Lehrern der Grundschule Lechtingen im Jahr 1987 gegründeten Musikschule ist ganz einfach, betonen die beiden Vorstandsmitglieder: „Bei uns steht immer die Freude an der Musik im Vordergrund.“

Wie viele Kinder und Jugendliche in den vergangenen über 30 Jahren ihre ersten Stücke mit der Geige, dem Saxophon oder anderen Instrumenten bei den Musik- und Malfreunde Lechtingen gelernt haben, lässt sich nur schätzen. Sicher ist, dass dort derzeit rund 140 Schüler angemeldet sind – unter ihnen auch viele Erwachsene, die erst in mittleren Lebensjahren ihr Interesse an einem Instrument erkannt haben. Mehr als ein Dutzend qualifizierte Lehrkräfte bieten Unterricht für Anfänger oder für Fortgeschrittene. Die Palette der in vielen Fällen auch zum Ausleihen zur Verfügung stehenden Instrumente reicht unter anderem von Blasinstrumenten wie Blockflöte, Trompete und Klarinette bis zum Keyboard und Schlagzeug. Nachfrage-Renner sind nach wie vor der Gitarren- und Klavierunterricht. 

Der Verein war vor über 30 Jahren in Lechtingen gegründet worden, um Kindern und Jugendlichen aus dem näheren Einzugsgebiet musikalisch, tänzerisch und künstlerisch fördern zu können. Seinerzeit hatte es – passend zum Vereinsnamen – auch eine Malgruppe gegeben. Heute sind neben den Musikschülern auch zwei Ballettgruppen bei den Musik- und Malfreunden aktiv, die bei ihren Aufführungen oftmals von einem professionellen Pianisten des Osnabrücker Theaters unterstützt werden. Bestens im Gemeindegebiet bekannt sind auch die Jazz-Dancer, die unter anderem beim Lechtinger Maifest, Pfarrgemeindefeiern und dem Familienfest des Landkreises Osnabrück mit stets großem Applaus für ihre Aufführungen belohnt worden sind.  

Mit ähnlicher großer Begeisterung spielt die Kleine Music Band, an der Schüler der Grundschule Lechtingen im Rahmen der Ganztagsbetreuung teilnehmen können. Das Orchester beweist seine Spielfreude mit Orffschen Stab- und Rhythmusinstrumenten seit mehr als zwölf Jahren regelmäßig im Rahmen verschiedener Veranstaltungen. Sehr beliebt ist nicht zuletzt auch der Schulchor, den die Musik- und Malfreunde seit 2011 in Kooperation mit der Katharinaschule Wallenhorst anbieten. Zu den vielfältigen Aktivitäten des Vereins gehört nicht zuletzt auch, dass Kinder von drei bis sechs Jahren im Lechtinger Franziskuskindergarten an der musikalischen Früherziehung teilnehmen können.

Wie gut es den Nachwuchsmusikern schon nach kurzer Zeit gelingen kann, das gewählte Instrument immer besser zu beherrschen, zeigt sich auch bei den traditionellen Vorspiel-Events im Dulingschen Hof, bei denen die Musik- und Ballettschüler ihr Können vor den Eltern und Großeltern präsentieren können. „Das ist für die Beteiligten immer ein absolutes Highlight, auf das sich alle freuen“, weiß Andreas Ludewigt. Der erste Auftritt vor Publikum ist für die jungen Musiker und Balletttänzer meistens ein wunderschönes Erlebnis, der sie zum Weitermachen motiviert: „Hier bekommt jeder Musiker seinen verdienten Beifall.“  

Die ersten Erfolge zeigen sich oftmals bereits nach vier oder fünf Unterrichtsstunden beim Üben zu Hause, berichtet Eva-Maria Meins-Niemann: „Dann können viele Kinder und Jugendlichen schon selbstständig kleine Stücke zu Hause spielen.“ Neben „alle meine Entchen“ gehört dazu mitunter auch der Beethoven-Klassiker wie „Freude schöner Götterfunken“, da sich die Melodie der deutschen Nationalhymne mit etwas Talent etwa am Klavier relativ leicht und schnell erlernen lässt. 

Dass neben klassischen Stücken natürlich auch populäre Songs im Übungsplan enthalten sind, liegt auch an den überwiegend jungen Lehrenden. „Wir beschäftigen viele Musikstudenten als Honorarkräfte, die auch mit den aktuellen Hits bestens vertraut sind“, betonen die beiden Vereinsvorsitzenden. Was für die Musikschüler positiv ist, stellt die Musik- und Malfreunde zunehmend vor Probleme. „Für uns als gemeinnütziger Verein wird es immer schwieriger den Musikunterricht kostendeckend anzubieten.“ 

Der von der Gemeinde Wallenhorst gewährte Zuschuss in Höhe von jährlich 2.600,- Euro sei zwar eine Hilfe, reiche aber bei weitem nicht aus, um die vergleichsweise moderaten Beiträge für die Musik- und Ballettschüler stabil zu halten und genügend Geld für die Instandhaltung und Neuanschaffung der Instrumente zusammenzubekommen. „Ohne Spenden wird es hier richtig eng“, erklärt Eva-Maria Meins-Niemann: „Wir möchten auch in Zukunft sicherstellen, dass Kinder und Jugendliche unabhängig vom Geldbeutel der Eltern ein Instrument lernen können. Dafür brauchen wir aber noch mehr großzügige Unterstützer mit einem Herz für Musik.“ (H.) 

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